Welche Folgen hat die Beschneidung?  
Jede Frau verarbeitet ihre Beschneidung auf verschiedene Art und Weise. Die Folgen einer Beschneidung sind nicht bei jeder Frau gleich. Im Großen und Ganzen kann man diese jedoch in zwei Hauptbereiche unterteilen: Zum einen die physischen Folgen mit den akuten und langfristigen Schwierigkeiten, so wie auch die psychischen Folgen.
   

Physische Folgen

 

Akute Schwierigkeiten
Akute Schwierigkeiten sind zum Beispiel die Schmerzen, die während der Beschneidung entstehen. Sie können auch zu einem Schockzustand führen. Die Beschnittene ist dann nicht mehr ansprechbar. Während der Beschneidung können starke Blutungen entstehen die zum Tode führen können. Zusätzliche Verletzung von Gefäßen, wie der Analschließmuskel und die Harnröhre sind üblich. Dies führt dazu, dass die Beschnittenen ihren Urin und Stuhl nicht halten können.
Infektionen durch unsaubere Instrumente können Blutvergiftung, Wundstarrkrampf (Tetanus), Kinderlähmung (Polio), Hepatitis und HIV hervorrufen.

Langfristige Schwierigkeiten
Infektionen, die nach der Beschneidung entstanden sind, arbeiten sich mit der Zeit in den Körper. Diese Infektionen können zur Verklebung der Eileiter führen. Dies wiederum bedeutet, dass die Frau steril wird und keine Kinder gebären kann.
Die Fistelbildung ist auch nicht selten. Fisteln sind Verbindungen zwischen zwei Hohlorganen wie z.B. Scheide und Blase, oder Scheide und Mastdarm. Dies führt dazu, dass der Urin oder der Stuhl durch die Scheide abgeht.
Auf Narben bilden sich häufig Narbenwülste, auch Keloiden genannt. Das Entfernen der Wülste führt zu stärkerem Keloidenwachstum. Diese Wülste können zu Verengung der Harnröhre, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Komplikationen bei der Geburt führen.
Durch Gewebsverziehungen, die beim falschen Zusammenwachsen der Narbe entstehen, ist es der Frau nicht mehr möglich normal zu gehen wie bisher.
   
Psychisch  
Die seelischen Wunden einer Frau, die ihr durch die Genitalverstümmelung zugefügt werden, fallen häufig aus dem Blickfeld. Sie hängen sehr davon ab, unter welchen Umständen und wo der Eingriff vorgenommen wurde.
Die Frau beginnt mit der Zeit diesen Albtraum von sich abzuspalten. Sie möchte sich nicht mehr daran erinnern und sieht in ihrer Vergangenheit an diesem Tag nur ein „schwarzes Loch“. Bei dem Anblick einer Rasierklinge kann sie jedoch in Panik geraten, denn sie erinnert sich an den Tag, als sie mit diesem Instrument verstümmelt wurde.
Eine Frau, die als Kind von ihrer Mutter zur Genitalverstümmelung gezwungen wurde, hat das Vertrauen in die Mutter verloren. Sie versteht den Widerspruch nicht, der zwischen ihr selbst und der Gesellschaft besteht. Ihr eigener Wille ist unwichtig. Sie muss sich dem Willen der Gesellschaft beugen und schwächt gar oft ihr Selbstwertgefühl. Sie hat das Gefühl unvollständig zu sein, denn ihr wurde ein Teil ihrer Weiblichkeit genommen.
Trotz dieser Folgen wird die Genitalverstümmelung dennoch weiterpraktiziert, obwohl die Mütter wissen, was auf ihre Töchter zukommen wird.
   
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