Meenas Geschichte
Dies ist Meena.

Sie ist vierzehn und lebt in Uhuru, einem Dorf am Kilimanjaro ohne Strom, Zeitung, Radio, Bus. In der Dorfhalle ist gerade eine Versammlung, und Meena versucht zu lauschen.

Ihre Mutter will sie aber nicht hörenlassen, was dort ein städtischer Arzt über die sinnlosen Risiken der weiblichen Genitalbeschneidung vorträgt.

Übermorgen ist Meena dran.

Sie ahnt nicht, welche Folter auf sie zukommt: Viele Hände werden sie am Boden festhalten, und eine "weise" Frau wird ihr mit einem unsterilen Messer ohne Narkose Klitoris und Schamlippen abschneiden.

Verblutet Meena dabei, wird sie - schnell und noch warm - hinter der Hütte begraben werden. Man bewahrt eisernes Schweigen über solche Ausgänge der Tortur.

Überlebt sie aber, wird ihr das Schocktrauma eine angstbesetzte Gefügigkeit gegenüber allen Lebenswendungen hinterlassen. Auch unter den Verstümmelungsfolgen wird sie lebenslang leiden, wie auch Mutter und Großmutter gelitten haben. Sie glauben daran, dass nur die beschnittene Frau eine gute Frau und Mutter werden kann.

Das Gesetz verbietet solche Körperverletzung zwar. Aber in den bankrotten Staatskassen Tansanias ist kein Geld für die notwendige Volksaufklärung. Und das büßen täglich etwa 6000 Mädchen in Afrika.